Recorded & Publishing

Universal Music und optimal media schmieden BioVinyl-Partnerschaft

Bei lokalen Vinyl-Veröffentlichungen setzt Universal Music in Deutschland ab sofort standardmäßig auf BioVinyl-Pressungen. Dazu arbeitet das Unternehmen mit der Edel-Tochter optimal media zusammen. Zum Auftakt dieser Partnerschaft erscheint am 17. April 2026 das neue Album von Bosse, „Stabile Poesie“.

“Für mich als Künstler hat es einen sehr hohen ideellen Stellenwert, dass die Vinyl-Ausgabe meines neuen Albums umweltfreundlichere Standards erfüllt“, lässt der Künstler selbst in einem begleitenden Statement zur Bekanntgabe der Kooperation wissen, die man im Hause Universal Music als wegweisend einstuft: „Meine neue LP ist somit sehr ressourcenschonend und CO₂-sparend“, ergänzt Bosse. Er freue sich sehr, mit „Stabile Poesie“ nun „die neue BioVinyl-Initiative von UMG zu starten“. Die LPs wurden am Produktionsstandort von optimal media in Röbel/Müritz gefertigt.

Bei Universal Music will man in Zusammenarbeit mit dem Mediendienstleister optimal media dazu beitragen, die Umweltbelastung in der physischen Musikproduktion zu verringern. Indem man – abgesehen von reinen Vertriebstiteln – lokale Vinyl-Veröffentlichungen von Universal Music in Deutschland künftig standardmäßig in Form nachhaltiger BioVinyl-Pressungen produziert, setze man „neue Maßstäbe im Bereich ökologisch verantwortungsvoller Tonträgerproduktio“n. Mit der Einführung von BioVinyl-LPs sieht man bei Universal Music zudem den Anspruch unterstrichen, „ökologische Verantwortung systematisch in die eigene Wertschöpfungskette zu integrieren“. Zugleich trage man damit den Wünschen zahlreicher Artists nach nachhaltigeren Produktionsstandards Rechnung.

Die Edel-Tochter optimal media hatte Mitte 2023 unter dem Namen BioVinyl ein Produkt aus biobasiertem PVC auf den Markt gebracht, um das Angebot im Bereich der LP-Fertigung nachhaltiger und umweltschonender gestalten. Ende 2025 betonte optimal-Geschäftsführer Jörg Hahn im Gespräch mit MusikWoche, dass sich die vom Unternehmen angebotenen nachhaltigen Formate „erfolgreich im Markt etabliert“ hätten.

Die technologische Basis fürs BioVinyl bilden unter anderem recycelte Altspeiseöle, die das fossiles Erdöl in der Fertigung der Schallplatten ersetzen. Das Ergebnis sei „eine chemisch identische Alternative zu konventionellem PVC, die die gewohnte Klangqualität garantiert, während die CO₂-Emissionen in der PVC-Herstellung um mehr als 80 Prozent reduziert werden“, wie man das Verfahren nun bei Universal Music umschreibt.

„Mit BioVinyl beweisen wir, dass technologische Innovation und höchste Qualitätsansprüche kein Widerspruch zu nachhaltigem Handeln sind“, kommentiert Jonas Haentjes, Geschäftsführer optimal media und Edel-CEO. „Gemeinsam mit Universal Music treiben wir eine Lösung voran, die sich nahtlos in bestehende Produktionsprozesse integrieren lässt und gleichzeitig signifikante ökologische Verbesserungen erzielt.“

Seit Jahresbeginn, so ergänzt Haentjes, produziere optimal media zudem alle Schallplatten mit Grünem Strom – „ein weiterer Meilenstein für eine nachhaltige Fertigung und den reduzierten Einsatz fossiler Energien entlang der gesamten Produktions- und Lieferkette. Als international tätiger Produktionspartner sehen wir es als unsere Verantwortung, nachhaltige Tonträgerproduktion aktiv mitzugestalten und als neuen Industriestandard zu etablieren.“

Haben bei Universal Music Deutschland die Arbeitsgruppe „Innovation in Supply Chain“ ins Leben gerufen, um „nachhaltige Innovationen für das Produktportfolio zu identifizieren und marktreif umzusetzen“ (von links): Sandra Thiel (Senior Manager Product Coordination & Supplier Print Procurement), Thorsten Weßel (Vice President SCM Central Europe), Martina Schirrmeister (Director Physical Product Coordination), Holger Wustlich (Vice President Physical Sales & Operations), Rene Siebert (Director Finance) und Nilgün Öz (Senior Director Corporate Social Responsibility & Event Services). Foto: Universal Music Deutschland

Die Entscheidung fürs BioVinyl sieht man derweil im Hause Universal Music als „Kernbestandteil“ eines „erweiterten Serviceangebots für Artists“: Die Initiative sei zudem „ein zentrales Ergebnis“ einer eigens gegründeten deutschen Taskforce unter dem Namen „Innovation in Supply Chain“, deren Ziel es sei, „nachhaltige Innovationen für das Produktportfolio zu identifizieren und marktreif umzusetzen“. Nach eigener Einschätzung übernehme Universal Music damit „branchenweit eine Vorreiterrolle“ und treibe zudem „die eigenen Corporate-Social-Responsibility-Ziele konsequent voran“: „Die Einführung stößt auch international auf große Resonanz und wird als Best-Practice-Beispiel für nachhaltige Transformation gewertet“, heißt es aus Berlin.

„Wir definieren das Verhältnis zwischen Artists, Fans und Label neu, indem wir nachhaltigkeitsorientierte Kooperationen in unsere Lieferkette einbetten und sie als konkreten Mehrwert für unsere Artists erlebbar machen“, betont Frank Briegmann, Chairman & CEO Universal Music Central Europe & Deutsche Grammophon. „Was als Innovationsinitiative in der Supply Chain begonnen hat und eng mit unseren Corporate-Social-Responsibility-Zielen verzahnt ist, wird nun zum neuen Standard für unsere Domestic Artists. Das zeigt sehr deutlich, dass Nachhaltigkeit für uns kein Add-on ist, sondern eine unternehmerische Verpflichtung, strategisch gedacht und operativ umgesetzt.“